re:demo Schulprojekttag: Zivilgesellschaft und Engagement im deutsch-tschechischen Grenzraum

21.05.2026 - 21.05.2026
Ort: Annaberg-Buchholz
Veranstaltungsart: Projekt-Veranstaltung

Am 21. Mai 2026 fand an der Oberschule Adam Ries in Annaberg-Buchholz unser deutsch-tschechischer Projekttag im Rahmen des Projekts re:demo – Dialog fördern und Gemeinschaft stärken / Podpora dialogu a posílení komunity statt. Es nahmen deutsche und tschechische Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse teil, um sich mit Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, lokaler Teilhabe und zivilgesellschaftlichen Engagements auseinanderzusetzen. Ziel des Tages war es, den Austausch über Ländergrenzen hinweg zu fördern und junge Menschen dazu anzuregen, sich aktiv mit ihrer Region und gesellschaftlichen Herausforderungen zu beschäftigen.
re:demo Schulprojekttag: Zivilgesellschaft und Engagement im deutsch-tschechischen Grenzraum | Copyright: Stefanie Gerstenberger

Zum Auftakt des Tages stand zunächst das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Mithilfe eines interaktiven Bingo-Spiels kamen die deutschen und tschechischen Schülerinnen und Schüler miteinander ins Gespräch. Fragen zu Interessen, Erfahrungen und verschiedenen Formen gesellschaftlichen Engagements boten Anlass zum Austausch und ermöglichten es den Jugendlichen, erste Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Anschließend stand ein gemeinsames Vokabel- und Bewegungsspiel in Kleingruppen auf dem Programm. In deutsch-tschechischen Gruppen suchte ein Teil der Schülerinnen und Schüler Begriffe rund um Zivilgesellschaft, gesellschaftliches Engagement und Partizipation im Schulgebäude, während die anderen Gruppenmitglieder die Begriffe notierten und gemeinsam versuchten, sie in einen englischsprachigen Lückentext einzusetzen. Die Jugendlichen erweiterten dabei spielerisch ihren Wortschatz und beschäftigten sich zugleich mit zentralen Begriffen des Projekttages wie „community“, „volunteers“ oder „participation“.

Daran anknüpfend arbeiteten die Schülerinnen und Schüler weiter in ihren Kleingruppen zusammen. An verschiedenen Stationen setzten sie sich mit Fragen rund um Gesellschaft, freiwilliges Engagement und die deutsch-tschechische Grenzregion auseinander. Ein Quiz vermittelte Wissen über das Erzgebirge/Krušnohoří, grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie gesellschaftliche Herausforderungen in der Region. In weiteren Aufgaben diskutierten die Jugendlichen soziale Probleme wie Einsamkeit, Armut oder Wohnungslosigkeit und entwickelten gemeinsam Ideen, wie Menschen oder Gruppen helfen könnten. Zudem sammelten sie konkrete Beispiele gesellschaftlicher Herausforderungen und erarbeiteten erste Lösungsvorschläge.

Nach der Gruppenarbeitsphase erhielten die Schülerinnen und Schüler im gemeinsamen Plenum einen theoretischen Einblick in die Bedeutung von Zivilgesellschaft und gesellschaftlicher Teilhabe. Aufbauend auf ihren bisherigen Diskussionen und Arbeitsergebnissen wurde erläutert, welche Rolle Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in demokratischen Gesellschaften spielen und wie Menschen sich durch freiwilliges Engagement aktiv in ihre Gemeinschaft einbringen können. Der theoretische Input griff somit zentrale Ideen aus den vorherigen Arbeitsphasen auf und verband diese mit grundlegenden Konzepten demokratischer Mitgestaltung.

Im Anschluss arbeiteten die Kleingruppen kreativ weiter und entwickelten eigene NGO-Projekte. Ausgehend von sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen entwarfen die Schülerinnen und Schüler eigene Organisationen, die sich beispielsweise mit Einsamkeit, Wohnungslosigkeit und dem Stadtbild beschäftigten. Die Gruppen entwickelten konkrete Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen ihrer Organisationen und gestalteten dazu kreative Poster. Dabei entstanden vielfältige und realistische Ideen, die sich an den Lebenswelten der Jugendlichen orientierten und zeigten, wie gesellschaftliches Engagement konkret vor Ort aussehen kann.

Nach der Mittagspause präsentierten die Gruppen ihre Konzepte im Plenum. Die Schülerinnen und Schüler stellten ihre NGOs vor, erläuterten ihre Ideen und beantworteten Fragen der anderen Gruppen. Anschließend wurden besonders kreative, realistische und hilfreiche Ideen gemeinsam gewürdigt.

Den Abschluss des Projekttages bildeten eine gemeinsame Reflexionsrunde sowie ein schriftliches Feedback mithilfe von Exit Tickets. Die Jugendlichen reflektierten, was sie im Laufe des Tages gelernt haben, welche Aktivitäten sie besonders interessant fanden und wie Menschen ihrer Meinung nach Gesellschaft aktiv mitgestalten können. Gleichzeitig bot die Abschlussrunde Raum, Eindrücke auszutauschen und den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen.

Der Projekttag zeigte erneut eindrucksvoll, wie bereichernd der Austausch zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Tschechien sein kann. Neben neuen Erkenntnissen über Zivilgesellschaft, Engagement und demokratische Teilhabe standen vor allem Begegnung, Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis im Mittelpunkt. Die gemeinsame Arbeit in deutsch-tschechischen Gruppen machte deutlich, dass gesellschaftliche Herausforderungen grenzüberschreitend gedacht und gemeinsam bearbeitet werden können.

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