Exkursion und Feldworkshop zu Langzeitexperimenten auf Grünlandflächen im Rahmen des Projekts DiGraSo

Am 10. 6. 2026 fand eine fachliche Exkursion mit Workshop statt, die im Rahmen des Projekts DiGraSo organisiert wurden. Die Exkursion und der Workshop wurden von der Technischen Universität Liberec (TUL) organisiert. An beiden Veranstaltungen nahmen Mitarbeitende sowie Studentinnen und Studenten der Hochschule Zittau (Deutschland), Mitarbeitende von Naturschutzbehörden, des Landwirtschaftsministeriums sowie Vertreterinnen und Vertreter der Fachöffentlichkeit teil. Ziel der Exkursion und des Workshops war es, den Teilnehmenden ausgewählte Langzeitexperimente auf Grünlandstandorten vorzustellen, die auf die Untersuchung der Auswirkungen unterschiedlicher Bewirtschaftungsformen auf die Biodiversität, Produktivität sowie die Bodeneigenschaften von Wiesen- und Weideökosystemen ausgerichtet sind. Die besuchten Experimente stellen eine einzigartige Quelle langfristiger Daten dar, die es ermöglichen, die Reaktionen von Grünlandökosystemen auf verschiedene Bewirtschaftungsformen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt zu untersuchen.
Am Vormittag wurde ein Langzeitexperiment in Hrabětice besucht, in dem die Auswirkungen unterschiedlicher Mahdzeitpunkte und Mahdfrequenzen sowie der Ausbringung von Asche, Wirtschaftsdüngern und Kalk in Kombination mit einer zweimal jährlichen Mahd auf Vegetations- und Bodeneigenschaften des Grünlands untersucht werden.
Der Nachmittag war dem Besuch eines Weideexperiments in Betlém bei Oldřichov v Hájích gewidmet. Dort werden die Auswirkungen einer intensiven und extensiven Beweidung in Kombination mit Mahd beziehungsweise ohne Mahd auf die Artenzusammensetzung der Vegetation sowie auf weitere Vegetations- und Bodenparameter untersucht.
Anschließend besuchten die Teilnehmenden ein weiteres Langzeitexperiment in Filipov, in dem die Auswirkungen unterschiedlicher Mulchfrequenzen sowie einer zweimal jährlichen Mahd auf die Artenzusammensetzung der Vegetation, die Bodeneigenschaften und die Produktivität von Grünlandbeständen bewertet werden.
Im Rahmen dieser Experimente werden langfristig Veränderungen des Artenreichtums und der Artenzusammensetzung von Pflanzengesellschaften, die Deckungsgrade einzelner Pflanzenarten und funktioneller Gruppen sowie Veränderungen der Diversität anhand des Shannon- und Simpson-Index erfasst. Ein weiterer Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Untersuchung von Bodeneigenschaften, insbesondere der Nährstoffkonzentrationen im Boden, sowie auf der Analyse der Nährstoffgehalte in der oberirdischen Biomasse. Darüber hinaus wird die Produktion oberirdischer Biomasse als wichtiger Indikator für die Produktivität von Grünlandbeständen in Abhängigkeit von der jeweiligen Bewirtschaftungsform bewertet.
Die Langzeitexperimente bieten eine einzigartige Möglichkeit, ökologische Prozesse in Grünlandökosystemen über Zeiträume von mehr als einem Jahrzehnt zu untersuchen. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge zwischen Grünlandmanagement, Biodiversität, Nährstoffkreisläufen und den Produktionsfunktionen dieser Ökosysteme bei und liefern wichtige Grundlagen für die Entwicklung nachhaltiger Bewirtschaftungsstrategien in Agrarlandschaften. Gleichzeitig bot die Exkursion Raum für fachliche Diskussionen über bisherige Forschungsergebnisse und deren praktische Anwendung.



