„Die Wurzeln der Ringe – von der Glasformenherstellung bis zum Ringdrehen“
16.05.2026 - 16.05.2026
Ort: Seiffen
Veranstaltungsart: Sonstiges
Die neue Dauerausstellung wurde am 16. Mai 2026 im Freilichtmuseum eröffnet. Das Ringdrehen gilt als Symbol von Seiffen. Doch woher stammt die geniale Idee, ganze Tierwelten aus einem Holzring zu erschaffen? Eine neue Ausstellung im Nebengebäude des Freilichtmuseums lüftet nun das Geheimnis: Die Wurzeln des weltberühmten Spielzeugs liegen in der Hitze der Glashütte. Bis 1830 prägte die Glashütte die Region Seiffen. Was heute viele nicht mehr wissen: Ohne die hochspezialisierten Glasformendreher dieser Glashütten hätte es das Ringdrehen vermutlich gar nicht gegeben. Die Ausstellung „Die Wurzeln der Ringe“ präsentiert erstmals das Handwerk der Glasformenherstellung direkt neben dem Ringdrehen und macht den technologischen Entwicklungssprung unter einem historischen Dach erlebbar. Vom Glas zum Holzspielzeug. Die Technik, Profile mit höchster Präzision in rotierendes, nasses Holz zu drehen, war Glasformenmachern schon lange vor der Entstehung des ersten Ringtiers vertraut. Die Ausstellung macht diesen Wandel sichtbar: Eine tiefschwarze, wassergetränkte Glasform aus Birnen- oder Buchenholz steht neben hölzernen Spielzeugreifen. Besucher können selbst erleben, wie Handwerker um 1800 mit ihrem Formenbau-Know-how die Spielzeugproduktion revolutionierten. Ein authentisches Erlebnis auf kleinem Raum. Originalwerkzeuge, Glaspfeifen und seltene Ringtiere werden in drei thematisch gestalteten Vitrinen und auf den historischen Balken eines alten Dachzimmers präsentiert. Historisches Filmmaterial und Materialvergleiche machen die Ausstellung zu einem multisensorischen Erlebnis. Enge Zusammenarbeit mit einer Spielzeugschule. Die Gemeinde Seiffen ist besonders stolz auf ihre Partnerschaft mit der örtlichen Spielzeugschule. Unter der Anleitung ihres Ausbilders Axel Wiedemann schufen die angehenden Drechslermeister zwei detailreiche Dioramen, die den Alltag in einer Glasfabrik und an der Drechselbank im 19. Jahrhundert nachzeichnen. „Uns war es wichtig zu zeigen, dass dieses Wissen nicht auf das Museum beschränkt ist, sondern aktiv von jungen Menschen weitergegeben wird“, sagte Kurator Dr. Albrecht Kirsche, der die neu präsentierten Kontexte seit Jahrzehnten erforscht. „Die Authentizität der Ausstellung wird durch bedeutende Langzeitleihgaben des Glasmuseums Neuhausen unterstrichen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, Originalobjekte aus Seiffens Glasmachergeschichte in einen neuen und spannenden Kontext mit der weltberühmten Drehtechnik zu stellen.“ Die Ausstellung entstand im Rahmen des Projekts „NeuStart grenzenlose Touristik / Nový START turistiky bez hranicy“, das von der Europäischen Union im Rahmen des Interreg-Programms Sachsen-Tschechische Republik kofinanziert wird. Sie ist täglich während der Öffnungszeiten des Erzgebirge-Freilichtmuseums zu sehen. (Catrin Tolksdorf-Bilz, Projektleitung)






