Nachbarsprache von Anfang an
Basisinformationen über das Projekt
Projekttitel:
Projektkürzel:
Projektstatus:
EU-Förderung (EFRE):
Projektlaufzeit:
Kooperationspartner und Kontaktpersonen:
- Lead partner: Euregio Egrensis AG Sachsen/Thüringen e.V., Kristin Gerhardt
Tel.: +49 3741 128 6461
E-Mail: kristin.gerhardt@euregioegrensis.de

- Landkreis Görlitz / Sächsische Landesstelle für Nachbarsprachen

- Euroregion Erzgebirge e.V.

- Euroregion Krušnohoří - česká část

- Regionální sdružení obcí a měst Euregio Egrensis

- Euroregion Neisse e.V.

- Euroregion Nisa

- Euroregion Elbe/Labe Kommunalgemeinschaft Euroregion Oberes Elbtal/Osterzgebirge e. V.

- Euroregion Labe

- Západočeská univerzita v Plzni / Koordinierungszentrums Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch Tandem

Ziele und Inhalt:
Projektergebnisse:
Die vorhandenen Sprachbarrieren sind nach wie vor Entwicklungshemmnisse für die
grenzüberschreitende Zusammenarbeit im sächsisch-tschechischen Grenzraum. Ein frühzeitiges
Heranführen der Kinder an die Nachbarsprache und Nachbarland ist eine besondere Chance
diese nachhaltig zu überwinden. Kinder lernen Sprachen und Kulturen am besten durch
authentische Interaktionen. Diese Begegnungen nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit
der Kultur und Tradition des Nachbarlandes bringen erste positive Erlebnisse mit den Nachbarn.
Dies trägt dazu bei, dass Vorurteile und Stereotypen bei Kindern und Erwachsenen abgebaut
sowie das Verständnis und die Toleranz zwischen den Kulturen gefördert werden. Hierin liegt
der konzeptionelle Ansatz des Projektes.
Seit dem 01.05.2024 sind alle Stellen für die Sprachbegleiter*innen besetzt. Somit sind aktuell
10 Sprachbegleitende (4 in Tschechien, 6 in Sachsen) in den Projekteinrichtungen tätig.
Insgesamt nahmen bisher 53 Kindertagesstätten an dem Projekt teil und profitieren von dem
alltagsintegrierten Nachbarsprachangebot in ihrer Einrichtung (28 Kitas in Tschechien und 25
Kitas in Sachsen).
Alle neun Partner sind aktiv an der Projektumsetzung beteiligt.
Es fanden 2025 regelmäßig Treffen der Steuerungsgruppe (LeadPartner, Tandem und LaNa)
statt. Ebenso regelmäßig wurden Projektpartnertreffen organisiert.
In den vier Euroregionen wurden 5 Kita-Netzwerke initiiert. Das Projekt wird, wie geplant,
fachlich von Tandem und der Sächsischen Landesstelle für nachbarsprachige Bildung (LaNa)
begleitet.
Folgende Kern-Ergebnisse können nach den beiden Projektjahren 2024 und 2025
zusammengefasst werden:
Der Projektansatz der Implementierung des alltagsintegrierten Nachbarsprachbades in
Kitas im gesamten sächsisch-tschechischen Grenzraum sowie die grenzüberschreitende
Vernetzung für den Transfer guter Praxis in die Fläche fällt auf sehr fruchtbaren Boden:
Die Kitas zeigen ein hohes Interesse an den Projektaktivitäten und die
Projektressourcen reichen nicht aus, um den von den Kitas angezeigten
Bedarf an nachbarsprachiger Bildung zu decken.
Die Sprachbegleitenden zeigen hohes Engagement und die Kinder
erleben viel Freude im Sprachbad.
Die Unterstützung seitens der Kita-Fachkräfte ist stark und es besteht
ein positiver Rückhalt der Eltern, die sich eine Fortsetzung an
Grundschulen wünschen.
Fortschritte in der Sprachentwicklung der Kinder sind sichtbar.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Kitas wurde intensiviert.
Der kontinuierliche fachliche Austausch und die Fortbildung der Sprachbegleitenden
sowie der Kita-Fachkräfte sind grundlegend, um das alltagsintegrierte
Nachbarsprachbad weiter zu qualifizieren und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Wir haben mit dem alltagsintegrierten Nachbarsprachbad ein wissenschaftlich belegtes
und in der Kita-Praxis erprobtes funktionierendes Modell für die frühkindliche
Nachbarsprachbildung in Grenzregionen. Jedoch fehlt es den Kitas an
Rahmenbedingungen, um dieses Modell dauerhaft auch ohne Projektförderung
umzusetzen Die bisher gewonnenen Erfahrungen der Projektakteure fließen deshalb in
den Erarbeitungsprozess von Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung zur
nachhaltigen Sicherung nachbarsprachiger Bildung in Kitas der Grenzregion ein. Sie
werden bei der Abschlusskonferenz Ende 2026 offiziell übergeben.
Mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aller Euroregionen entlang der
sächsisch-tschechischen Grenze zur Stärkung der frühen nachbarsprachigen Bildung im
Vorschulbereich hat das Projekt Neuland betreten. Die thematische Kooperation hat
sich inzwischen bewährt und trägt Früchte. Die Fortsetzung nach Projektende wird
angestrebt.
Ein Fazit aus den 2 Projektjahren:
Mit dem Fortschreiten des Projekts im zweiten von insgesamt drei Projektjahren rückt bei alle
Projektbeteiligten – von den Euroregionen über die Kindertageseinrichtungen bis hin zu den
Sprachbegleitenden - zunehmend die Frage nach Weiterführung des erfolgreichen
Nachbarsprachbades sowie der aufgebauten Netzwerkstrukturen nach Projektende in den
Fokus.
Die bisherigen Erfahrungen bestätigen den großen Bedarf und das hohe Potenzial
nachbarsprachiger Bildungsangebote im sächsisch-tschechischen Grenzraum. Gleichzeitig wird
im Rahmen der Erarbeitung der Handlungsempfehlungen dabei die Notwendigkeit deutlich, dass
für eine nachhaltige Verankerung dieser Ansätze verlässliche und kontinuierliche
Rahmenbedingungen erforderlich sind.
Nur unter solchen Voraussetzungen kann die nachbarsprachige Bildungsarbeit, die für die
Entwicklung der Euroregionen von zentraler Bedeutung ist, langfristig gesichert und als fester
Bestandteil in den pädagogischen Alltag der Kindertageseinrichtungen integriert werden. Die bis
zum Projektende zu erarbeitenden Handlungsempfehlungen werden hierfür wertvolle Impulse
aus Wissenschaft und Praxis liefern.
Links:
- Projekt-Webseite: www.nachbarsprachen-sachsen.eu/de/sn-cz-2021-2027.html