Einzigartiger Fund im Depot

01.07.2026
Ort: Karlsbad
Veranstaltungsart: Sonstiges

Einzigartiger Fund im Depot | Copyright: Diskussion über die archäometallurgischen Funde.

Im Rahmen der Projektzusammenarbeit mit dem Museum Karlovy Vary besuchte der Leiter des Projektpartners ÚAPP SZČ v. v. i., K. Derner, die dortige archäologische Abteilung.
Gemeinsam mit den Archäologen J. Tajer und J. Klsák sowie deren studentischen Hilfskräften dokumentierte und bewertete er einen archäometallurgischen „Schatz“, der seit den 1970er Jahren im Depot des Museums verborgen lag. Die Gegenstände stammten aus einer kleinen Ausgrabung von F. Frýda und J. Martínek aus dem Jahr 1976. In der Flussaue am Ufer des Baches unterhalb von Hřebečná (Hengsterhefen) wurden damals Dutzende von Kapellen und Probierbechern zusammen mit Metallgüssen gefunden. Auch eine Gußform, eine Düse, Schlacken und Erzproben – darunter Bleiglanz und Greisen mit Kassiterit (Zinnstein) – fehlen nicht. Die Begleitkeramik, einschließlich Reliefkacheln, und zahlreiche Glasfunde datieren die Arbeitsstätte in das 16. Jahrhundert. Allem Anschein nach wurde eine nahegelegene Probierwerkstatt, die mitten im Zentrum des Zinnreviers lag und während dessen größter Blütezeit aktiv war, durch ein Hochwasser in den Bach gerissen. Einzigartig ist das breite Spektrum des erhaltenen archäometallurgischen Materials, das fast alle Schritte des Probierwesens bzw. der Kleinverhüttung abbildet – von Mineralproben bis hin zum geschmolzenen Metall. Nach der Basisdokumentation wird nun die Strategie für die weitere Bearbeitung und Analyse des Materials sowie die genaue Lokalisierung des ursprünglichen Fundortes und eine zukünftige Publikation besprochen.

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