re:demo Universitäts­workshop Most 2026

23.04.2026 - 25.04.2026
Ort: Most
Veranstaltungsart: Workshop

re:demo Seminar in Most: Zivilgesellschaft im deutsch-tschechischen Grenzraum: Lokale Teilhabe und Empowerment / Občanská společnost v německo-českém pohraničí: Místní participace a empowerment Vom 23. bis 25. April 2026 fand in Most der zweite Workshop im Rahmen des sächsisch-tschechischen Projekts „re:demo – Dialog fördern und Gemeinschaft stärken / Podpora dialogu a posílení komunity“ statt. Als Anschluss an den Workshop in Dresden wurden die dort entwickelten Fragestellungen vertieft und weitergeführt. Im Zentrum stand die Frage, welche Rolle zivilgesellschaftliche Akteure für demokratische Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt im deutsch-tschechischen Grenzraum spielen.
re:demo Universitäts­workshop Most 2026 | Copyright: Stefanie Gerstenberger

Der Workshop begann am Donnerstagnachmittag mit einer gemeinsamen Eröffnung und einem Kennenlernformat, das den Austausch zwischen den Teilnehmer:innen erleichterte und erste Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit schuf. Ein anschließender fachlicher Input vertiefte zentrale Konzepte von Partizipation und Empowerment ein. Im Fokus stand dabei insbesondere der Zusammenhang zwischen zivilgesellschaftlichen Strukturen und demokratischen Prozessen sowie die Frage, welche spezifischen Herausforderungen und Potenziale sich im Grenzraum ergeben.

Am Nachmittag arbeiteten die Studierenden in deutsch-tschechischen Gruppen weiter. Im Mittelpunkt stand die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen von Zivilgesellschaft – von Religionsgemeinschaften über Sportvereine bis hin zu kulturellen Initiativen. Die Gruppen analysierten, in welchen Bereichen zivilgesellschaftliches Engagement stattfindet und welche Bedeutung diesen Akteuren für gesellschaftliche Teilhabe im Grenzraum zukommt.

Am Abend eröffnete die Diskussion „Most Vision 2030: Die Transformation der Region aus der Sicht der Industrie“ mit František Jochman (Industrie- und Handelskammer der Region Ústí nad Labem) eine wirtschaftliche Perspektive auf den Strukturwandel. Im Austausch wurde deutlich, wie eng wirtschaftliche Transformationsprozesse mit gesellschaftlichen Entwicklungen verflochten sind und welche Rolle dabei auch zivilgesellschaftliche Initiativen spielen können.

Der Freitag begann mit einem Panelgespräch zum Thema „Gemeinschaften nach dem Bergbau: NGOs als Architekten einer neuen Bergbau-Identität“. Kryštof Derner (Institut für archäologische Denkmalpflege Nordwestböhmens) und Vlastimil Vozka (Euroregion Erzgebirge) diskutierten gemeinsam mit den Teilnehmer:innen, welche Bedeutung zivilgesellschaftliche Akteure in postindustriellen Regionen haben und wie sie zur Entwicklung neuer regionaler Identitäten beitragen können.

In der anschließenden Diskussion „Städte mit tiefen Wurzeln: Ein neues Kapitel der Bergbau-Identität“ brachten Kamila Bláhová (Bürgermeisterin von Litvínov) und Reiner Hentschel (Bürgermeister von Frauenstein) ihre kommunalpolitischen Perspektiven ein. Dabei wurde deutlich, wie stark historische Prägungen die gegenwärtige Entwicklung beeinflussen und welche Herausforderungen sich daraus für Städte im Strukturwandel ergeben.

Am Nachmittag führte eine Exkursion die Studierenden unmittelbar an die Grenze. In Moldava gab Jan Setvák Einblicke in die Geschichte der Moldau-Bahn und die durch den Bergbau geprägte Landschaft. Anschließend besuchten die Teilnehmer:innen das Kloster Osek, das als bedeutender historischer und kultureller Ort der Region vorgestellt wurde. Die Exkursionen ermöglichten es, die zuvor diskutierten Themen im regionalen Kontext zu verorten und ein vertieftes Verständnis für die Entwicklung des Grenzraums zu gewinnen.

Am Abend folgte ein Vortrag unter dem Titel „Alarm im Herzen Europas: Der Non-Profit-Sektor unter Druck“ von Jiří Čečrle. Dabei wurden aktuelle Herausforderungen für zivilgesellschaftliche Organisationen in Europa diskutiert, insbesondere im Hinblick auf politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Entwicklungen.

Der Samstag begann mit der interaktiven Methode „Data Stream“. In diesem Format setzten sich die Teilnehmer:innen mit unterschiedlichen Formen und Ebenen gesellschaftlicher Beteiligung auseinander und reflektierten ihre eigenen Positionen innerhalb sozialer und politischer Prozesse. Die Übung machte Dynamiken von Teilhabe und Ausschluss sichtbar und förderte den Perspektivwechsel innerhalb der Gruppe.

Im Anschluss wurde die Gruppenarbeit fortgesetzt, wobei die Studierenden ihre bisherigen Analysen weiter vertieften und miteinander in Beziehung setzten. Abschließend reflektierten die Teilnehmer:innen die zentralen Inhalte und Erkenntnisse des Seminars. Den Ausklang bildete eine gemeinsame Erkundung der Burg Hněvín.

Galerie

Was fördern wir?

Close icon

Kontaktformular

Bei Fragen, Kommentaren oder Hinweisen erreichen Sie uns unter der zentralen E-Mail-Adresse kontakt@sn-cz2027.eu
Close icon