Zivilgesellschaft im deutsch-tschechischen Grenzraum: Lokale Teilhabe und Empowerment

09.04.2026 - 11.04.2026
Ort: Dresden
Veranstaltungsart: Workshop

Vom 9. bis 11. April 2026 fand an der Technischen Universität Dresden der Auftakt des dritten Seminars im Rahmen des sächsisch-tschechischen Projekts „re:demo – Dialog fördern und Gemeinschaft stärken / Podpora dialogu a posílení komunity" statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle zivilgesellschaftliche Akteure für demokratische Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt im deutsch-tschechischen Grenzraum spielen.
Zivilgesellschaft im deutsch-tschechischen Grenzraum: Lokale Teilhabe und Empowerment | Copyright: Stefanie Gerstenberger

Der Workshop begann am Donnerstagnachmittag mit einem Speed-Dating, bei dem sich die Studierenden der TU Dresden und der UJEP schnell und unkompliziert kennenlernen konnten. Ein anschließender Walk-and-Talk führte die Diskussion ins Inhaltliche: Welche Rolle spielen Grenzen – sichtbar oder unsichtbar – im Alltag? Wer ist selbst zivilgesellschaftlich aktiv? Und wo liegen Möglichkeiten für Engagement im Grenzraum?

Am Abend folgte ein gemeinsamer Kinobesuch im Kino im Kasten: Der Film „Mit der Faust in die Welt schlagen“ bot den Rahmen für ein Gespräch mit Felix Sell (Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V.) über schleichende Radikalisierungsprozesse, Fragen von Zugehörigkeit und die Bedeutung starker zivilgesellschaftlicher Strukturen – gerade in ländlichen und peripheren Regionen, wo diese Strukturen oft besonders unter Druck stehen.

Der Freitag stand im Zeichen politischer Einblicke und intensiver Projektarbeit. Bei einer Führung durch den Sächsischen Landtag sowie einem anschließenden Gespräch mit Ingo Flemming (CDU) erhielten die Studierenden direkte Einblicke in parlamentarische Arbeit und politische Entscheidungsprozesse. Am Nachmittag analysierten deutsch-tschechische Gruppen Video-Interviews mit zivilgesellschaftlichen Akteur:innen aus dem Grenzraum: Wo sind sie aktiv? Was ist ihre Motivation? Und was bedeutet Engagement für Demokratie – als Fundament für Teilhabe, Zusammenhalt und ein solidarisches Miteinander? Auf dieser Grundlage entwickelten die Gruppen erste Ideen für ihre eigenen Forschungsprojekte. Eine „Positionslinie" lud die Teilnehmer:innen am Nachmittag dazu ein, eigene Haltungen sichtbar zu machen und die Bandbreite der Perspektiven innerhalb der Gruppe zu erleben. Der Abend klang bei einem gemeinsamen Essen aus.

Der Samstag führte nach Pirna zur Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Im Gespräch mit Thomas Bilz (Kuratorium Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein) erhielten die Studierenden einen eindrücklichen Einblick in zivilgesellschaftliche Erinnerungsarbeit und deren Bedeutung für demokratische Bildung. Die anschließende Führung durch die Gedenkstätte Pirna-Sonnenschein und die gemeinsame Pflege der Gedenkspur machten deutlich, wie historisches Erinnern, Engagement und Verantwortung praktisch miteinander verbunden sind.

Der Workshop in Dresden bot den Studierenden die Möglichkeit, sich intensiv mit Formen zivilgesellschaftlichen Engagements auseinanderzusetzen, Perspektiven zu auszutauschen und in binationalen Teams eigene Ideen für ihre Forschungsprojekte zu entwickeln. Besonders deutlich wurde dabei, dass Zivilgesellschaft eine zentrale Rolle für demokratische Prozesse spielt – als Raum für Teilhabe, als Ort des Miteinanders und als Grundlage für eine resiliente und offene Gesellschaft im Grenzraum.

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    02.04.2026
    4248 KB

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