Konferenz "Kindheit als sozial- und kulturhistorisches Phänomen"

22.10.2026 - 23.10.2026
Ort: Městská knihovna Děčín (Stadtbibliothek Děčín), Karla Čapka 1441/3, Děčín I
Veranstaltungsart: Konferenz

Die Konferenz untersucht die Entwicklung der Kindheit von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart in einem breiteren gesellschaftlichen und kulturellen Kontext. Die moderne Vorstellung vom Kind als geschütztem, unschuldigem Wesen mit einer eigenen, spezifischen Welt, die wir heute als selbstverständlich ansehen, ist in Wirklichkeit ein relativ neues Phänomen. Dieses Konzept ist eng mit den Modernisierungsprozessen seit dem 18. Jahrhundert, dem Aufstieg der Kernfamilie und der Entwicklung der institutionalisierten Erziehung verbunden. Insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Kindheit zu einem zentralen Thema der öffentlichen Debatte, als Staat und Gesellschaft begannen, sich das Kind nach und nach als Objekt der Fürsorge, der Kontrolle und als Gegenstand entscheidender Investitionen in die Zukunft „anzueignen“. Aus wissenschaftlicher Sicht wurde dieser Bereich maßgeblich durch die umstrittene These von Philippe Ariès über das Kind als „kleinen Erwachsenen“ in vormodernen Zeiten beeinflusst, die bis heute die Fachwelt spaltet. Ziel der Konferenz ist es, die Kindheit als dynamisches Phänomen der Kultur- und Sozialgeschichte darzustellen und eine interdisziplinäre Diskussion über Forschungsmethoden, die Interpretation von Quellen sowie die Möglichkeiten der Nutzung dieser Erkenntnisse in der akademischen Praxis, in Museen, Galerien und der Öffentlichkeitsarbeit anzustoßen.
Konferenz Kindheit als sozial- und kulturhistorisches Phänomen

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