Startkonferenz: deutsch-tschechische Jugend im Dialog
Am 20. November wurde am Goethe-Gymnasium Sebnitz das neue grenzüberschreitende Bildungsprojekt „Gemeinsame Geschichte – Gemeinsame Zukunft: Deutsch-Tschechische Jugend im Dialog“ feierlich eröffnet. Die Region um Sebnitz und Česká Kamenice ist seit Jahrhunderten geprägt von Wechselbeziehungen, Begegnungen, aber auch von Brüchen der Geschichte. Genau hier setzt das Projekt an: Es verbindet junge Menschen beider Länder und ermöglicht ihnen, diese gemeinsame Vergangenheit bewusst wahrzunehmen und daraus Zukunft zu gestalten.

Gemeinsame Geschichte sichtbar machen
Sebnitz und Česká Kamenice liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt und doch trennen sie eine Grenze, die über Jahrzehnte hinweg politische, kulturelle und soziale Barrieren geschaffen hat. Noch stärker prägt beide Orte jedoch ein gemeinsamer kultureller und wirtschaftlicher Raum: Grenzhandel, Arbeitsmigration und familiäre Verbindungen haben die Region über Generationen miteinander verwoben.
Im 20. Jahrhundert kamen Brüche hinzu:
- der Zweite Weltkrieg,
- die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Böhmen,
- die jahrzehntelange Abschottung durch den Eisernen Vorhang.
Diese Erfahrungen haben Spuren hinterlassen, im kollektiven Gedächtnis wie auch im heutigen Miteinander.
Gerade deshalb ist die Region ein idealer Ausgangspunkt für ein Projekt, das Jugendliche ermutigt, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen und ein respektvolles, friedliches Miteinander zu entwickeln und die Sprache der Nachbarn besser kennen zu lernen.
Vielfältige Stimmen aus Politik, Schule und Zivilgesellschaft
Nach der Eröffnung durch Sebastian Reißig (Aktion Zivilcourage e. V.) und Grußworten aus Schule, Politik und Diplomatie wurde deutlich: Eine lebendige Erinnerungskultur ist Grundvoraussetzung für eine stabile, demokratische Zukunft, besonders in Regionen, in denen Menschen über Jahrhunderte miteinander gelebt und voneinander gelernt haben.
Redner:innen aus Sebnitz, Prag, Česká Kamenice und dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erinnerten daran, wie wichtig es ist, die eigene regionale Geschichte zu kennen, um Vorurteile abzubauen und ein neues Verständnis füreinander zu entwickeln.
Die Konferenz in Sebnitz war damit nicht nur Auftakt eines Projekts, sondern auch ein Signal: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit lebt – und sie beginnt bei den jungen Menschen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die die Auftaktkonferenz bereichert haben – mit ihren Worten, ihrem Engagement und ihrer Präsenz:
- Ivona Valhová, Generalkonsulin der Tschechischen Republik
- Jan Papajanovský, per Videogruß, Abgeordneter des Parlaments der Tschechischen Republik und Bürgermeister von Česká Kamenice
- Jens Baumann, Beauftragter des Freistaates Sachsen für Vertriebene und Spätaussiedler
- Dr. Helmut Schmidt, Zeitzeuge
- Ralph Gruner, Amtsleiter Bildung und ÖPNV, Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
- Monika Batkova, English College Prag
- Frank Clausnitzer, Schulleiter Goethe Gymnasium Sebnitz
Die Schülerinnen und Schüler aus Sebnitz, Prag und Česká Kamenice




